ahiṃsā – die Gewaltlosigkeit

ahiṃsā – die Gewaltlosigkeit und die Frage: „Was und/oder wer bringt mich aus der Fassung?“ Das erste Yama ist ahiṃsā, was übersetzt Gewaltlosigkeit/Nichtverletzen bedeutet. Für viele Yogis ist es das wichtigste Gebot im Yoga (mit der Begründung, dass es als erstes im Yogasutra genannt wird). Patañjali erklärt jedoch nicht, was genau mit ahiṃsā gemeint ist. Hier kann wieder jeder Yogi für sich entscheiden, wie er diese Regel für sich (und für andere) verstehen möchte. Machen wir uns nichts vor: Die Welt braucht mehr ahiṃsā. Dafür müssen wir lediglich den Fernseher einschalten, die Zeitung aufschlagen oder vor die Türe treten. Meine Erfahrung mit diesem yama ist, dass sich ahiṃsā hervorragend dafür eignet, erst einmal achtsam wahrzunehmen, wo ich der Gewalt in meinem Alltag begegne (in Worten, Taten und Gedanken). Wie starte oder beende ich morgens/abends meinen Tag? Höre ich als erstes morgens die Nachrichten oder die Musik meines Lieblingssenders? Gehe ich abends mit einem guten Buch oder den Lästereien aus dem TV-Trash ins Bett? Wer oder was bringt mich regelmäßig aus der Fassung? Die schlecht gelaunte Kollegin, der schleichende Autofahrer im Auto vor mir, das ausverkaufte Toilettenpapier oder die Spinne an der Wand? Sich diesen Situationen bewusst zu werden, sie nicht zu bewerten, nicht zu kommentieren oder sich dafür zu verurteilen, ist schon der erste Schritt. Möglicherweise kann auch hier das Aufschreiben helfen, sich diese Momente bewusster zu machen und zu überlegen, wie man sein Verhalten im Sinne von ahiṃsā verändern möchte. ✌

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