śauca – die Reinheit

śauca – die Reinheit und die Frage „Und – mit wem duscht du so?“ Das erste niyama, welches ich vorstellen möchte ist śauca, was übersetzt so viel wie Reinigung/Reinheit bedeutet. Damit ist sowohl die körperliche (äußere) aber auch die geistige (innere) Hygiene gemeint. Zur äußeren Reinheit gehört die Körperpflege, ein sauberer, aufgräumter Platz zum Üben und eine gesunde (reine) Ernährung. Innere Hygiene findet auf der Ebene unserer Gedanken und Gefühle oder Glaubenssätze statt. Nehmen wir heute als erstes und wahrscheinlich einfachstes Beispiel die Körperhygiene. Da findet man unter dem Stichwort kriyas im Internet unzählige Videos über die yogischen Reinigungstechniken des Hatha Yoga. Wer sich dafür interessiert, sollte sich einen guten Lehrer suchen, der einem erklärt, was man zu beachten hat und was man besser lassen sollte. Mir persönlich reicht die körperliche Reinigung in Form von Duschen, Zähne putzen, Haare waschen und Tragen von sauberer Kleidung, um mich in diesem niyama wiederzufinden. Und damit komme ich zur heutigen Achtsamkeitsübung: Warst du heute schon duschen/baden? Oder hast du es vielleicht noch vor? Dann achte einmal bewusst darauf, welche Gedanken dir beim Duschen/Baden durch den Kopf gehen: Ich war heute morgen schon mit unserem Mittagessen, meinem Zahnarzt und der Yogapraxis von gestern unter der Dusche 😀. Und dann probierst du es einmal anders: Versuch achtsam jede Kleinigkeit beim Duschen/Baden wahrzunehmen: Wie fühlt sich das Wasser auf der Haut an? Wo fühlt es sich gut an, wenn der Strahl mich trifft? Wie riecht das Shampoo oder die Seife? Wird mir kalt, wenn ich das Wasser zwischendurch abdrehe, um mich einzuseifen und wie warm und sauber fühlt sich danach das Abwaschen der Seife oder das Auswaschen der Haare an? Mach dir bewusst, wie sich der Körper anfühlt und pflege ihn ganz liebevoll, anstatt ihn automatisch zu waschen. Du kannst dich danach auch genauso achtsam abtrocknen und eincremen. Wichtig ist, dass die Gedanken jetzt nur bei dieser einen Sache bleiben und sich nicht mit Dingen der Vergangenheit oder der Zukunft beschäftigen. Dann hast du śauca sowohl äußerlich als auch innerlich geübt.🙂