Was ist Viniyoga?

    

Die Vorsilbe „Vini“ kommt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „besondere Anwendung“. Das besondere an dieser Art von Yoga ist, dass alle Übungen so gestaltet und dosiert werden, dass sie allen dienlich sind – je nach körperlichen Möglichkeiten und individuellen Zielen. Hintergrund bildet die große, alte Yogatradition, wie sie  die indischen Yogameister T. Krishnamacharya und seinem Sohn T.K.V. Desikachar weltweit weitergegeben haben.

Die Funktion einer Übung (z.B. die Bewegung der Wirbelsäule) wird der Vorrang vor einer äußeren Form gegeben, die es zu erreichen gilt. („form follows function“)
Ein Beispiel: In der Vorbeuge aus dem Stand (uttanāsana) steht die Dehnung des unteren Rückens im Vordergrund. Wenn nun hier auf die Streckung der Beine bestanden wird, geht bei den meisten Übenden viel Dehnung im unteren Rücken verloren. Beugt man jedoch die Beine leicht an, kann der untere Rücken besser in die Vorbeuge sinken und auch das Risiko einer zu starken Dehnung der körperrückseitigen Muskulatur wird verringert.

Im Viniyoga werden alle Bewegungsabläufe sinnvoll und schrittweise aufeinander aufgebaut und im Fluss des Atems ausgeführt. Diese achtsame Verbindung von Atem und Bewegung führt dazu, dass die Gedanken zur Ruhe kommen und man eine Zeit lang ganz bei sich sein kann.
Viniyoga kommt ganz ohne spektakuläre, akrobatische Körperhaltungen aus. Diese Art von Yoga ist für Menschen geeignet, die sich auf schonende und gesundheitsfördernde Weise bewegen und entspannen wollen.

Ein Interview mit T.K.V. Desikachar zum Thema „Yoga – Was ist Viniyoga“ gibt es hier.